Privatsphäre-Einstellungen

Wir verwenden auf dieser Website Cookies, die für den Betrieb der Webseite notwendig sind und deshalb auch nicht abgewählt werden können. Wenn Sie wissen möchten, welche Cookies das sind, finden Sie diese einzeln in unserer Datenschutzerklärung aufgelistet. Unsere Webseite nutzt weiterhin externe Komponenten (OpenStreetMap). Durch das Laden externer Komponenten können Daten über Ihr Verhalten von Dritten gesammelt werden, weshalb wir Ihre Zustimmung benötigen. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit in der Datenschutzerklärung ändern oder widerrufen.

Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)

Ein Ort für Kinderrechte

19.06.2026

Im lippischen Blomberg gibt es einen besonderen Ort - voller Freude und mit vielen Forderungen für kleine Menschen

Ein Ort für Kinderrechte

Kinderrechte sollen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern im Alltag von Kindern und Jugendlichen sichtbar und erlebbar werden. Dafür setzt sich die Fachstelle Kinderrechte des Kreises Lippe ein. Ansprechpartnerin der Fachstelle ist Mareike Brinkmeyer. Gemeinsam mit verschiedenen Partnerinnen und Partnern entwickelt und begleitet sie Projekte, die Kinder und Jugendliche stärken, ihre Beteiligung fördern und das Bewusstsein für Kinderrechte in der Gesellschaft erhöhen.

Ein besonderes Projekt ist der „Ort der Kinderrechte“ in Blomberg, der im Jahr 2023 eröffnet wurde. Das Projekt wurde unter der Verantwortung von Mareike Brinkmeyer umgesetzt und schafft einen öffentlichen Raum, an dem Kinderrechte anschaulich vermittelt und erlebbar gemacht werden.

Die Gemeinde Schlangen hat mit Mareike Brinkmeyer über ihre Arbeit und die Idee hinter dem „Ort der Kinderrechte“ gesprochen. Im Interview erzählt sie, wie das Projekt entstanden ist, welche Ziele damit verbunden sind und warum Kinderrechte eine wichtige Rolle für das Zusammenleben in unseren Gemeinden spielen.

Wieso ist der Ort der Kinderrechte in Blomberg?

In Blomberg gab es bereits ein wunderschönes Außengelände des Jugendzentrums (Im Paradies). Ein öffentlicher, sehr großer Platz, der gut erreichbar ist (auch mit öffentlichen Verkehrsmittel), viel Fläche bietet und sehr attraktiv gestaltet ist. Die Idee, dort einen Ort der Kinderrechte zu gestalten, fand schnell Anklang. Die Idee war von Anfang an, einen Ort zu schaffen, der von allen Lipper*innen genutzt werden kann.

Ort der Kinderechte von oben

Wie ist die Idee entstanden?

Bereits 2019 gab es die Idee, Kinderrechte in Lippe sichtbar und erlebbar zu machen. Von Anfang an war uns die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen wichtig. So haben wir, im Rahmen eines Wettbewerbs Kinder und Jugendliche aus Lippe aufgerufen, ihre Ideen und Perspektiven für die einzelnen Stationen einzureichen. Begleitet wird der Ort durch die Präventionsarbeit für Kinder, Jugendliche, Erwachsene der Fachstelle Kinderrechte, eine Website www.ort-der-kinderrechte.de mit vielen Infos, Kinderrechte-Reporter-Filmen, Blogbeiträgen, interaktiven Lernbausteinen und einen Instagram Account.

Was geschieht an welcher Station?

Es gibt sieben Stationen am Ort der Kinderrechte, die, ähnlich wie ein Trimm-dich-Pfad, alleine oder in Gruppen erkundet werden können. Dargestellt sind sechs Kinderrechte:
1. Namens-Kletterfelsen (Recht auf Namen und Identität)
2. Löwen-Station (Recht auf Privatsphäre)
3. Rollstuhl-Bodentrampolin (Recht auf Spiel und Freizeit)
4. Balance-Pfad (Recht auf gesundes Aufwachsen, Fokus auf körperliche und mentale Gesundheit)
5. Glücksrad (Recht auf gesundes Aufwachsen, Fokus auf Bewegung und Sport gemeinsam)
6. Amphi-Theater (Recht auf Information und freie Meinungsäußerung)
7. Schutzraum (Recht auf Schutz vor Gewalt)

Flyer Der Ort der Kinderrechte

Was können Kinder erfahren?

Kinder erfahren, dass sie Träger*innen eigener Rechte sind, was Rechte überhaupt sind, wie vielfältig sie sind und wieso es so wichtig ist, dass Erwachsene ihrer Verantwortung zur Umsetzung der Rechte nachkommen. Besonders wichtig ist uns hierbei, dass die Kinder ihre Rechte auf ihren eigenen Alltag und ihre ganz individuelle Lebenssituation beziehen können. Ein wesentlicher weiterer Punkt ist auch über Kinderrechts-Verletzungen sprechen zu können und dann im nächsten Schritt konkrete Ideen zu haben, wer und was ihnen helfen kann.
Da wir die Präventionsangebote immer interaktiv, bunt und kreativ gestalten, nehmen die Kinder auch immer ganz eigene Erinnerungsstücke mit nach Hause (bspw. Ein eigenes Kinderrechte-Rallye-Heft, ein selbst gestaltetes Schutzschild oder ein Türschild).

Löwenrutsche Ort der Kinderrechte

Gibt es Pläne für die Zukunft / Wünsche?

Größer werden. Das Löwenrudel (der Löwe ist unser Maskottchen und Teil des Logos) darf stetig wachsen.
Als Fachstelle Kinderrechte wünschen wir uns für die Zukunft eine Gesellschaft, in der Kinderrechte selbstverständlich gelebt und konsequent umgesetzt werden.
Wir wünschen uns eine immer größer werdende Verantwortungsgemeinschaft: Erwachsene, Fachkräfte, Familien, Einrichtungen, Vereine, Politik und Gesellschaft sollen gemeinsam Verantwortung dafür übernehmen, dass Kinder und Jugendliche geschützt, beteiligt und ernst genommen werden. 
Für die Zukunft wünschen wir uns mehr Menschen, die sensibel hinschauen, wahrnehmen, zuhören und junge Menschen achtsam begleiten. Erwachsene sollten Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen, ihnen Vertrauen schenken und bereit sein, Macht abzugeben. Denn Beteiligung bedeutet nicht nur, Kinder anzuhören, sondern ihre Ideen wirklich einzubeziehen und ihnen Raum zu geben, mitzugestalten.
Kinder und Jugendliche haben oft beeindruckende, kreative und mutige Ideen für ihre Umwelt und ihre Zukunft. Wir müssen es zulassen, dass diese Ideen zum Zug kommen. In Familien, in Schulen und Kitas, in Einrichtungen und Institutionen, im Ehrenamt und im öffentlichen Leben. Kurz gesagt: überall dort, wo Kinder und Jugendliche sind.

Weitere Informationen zum Projekt „Ort der Kinderrechte“ sowie zu den Themen Kinderrechte, Beteiligung und Prävention stehen auf der Website des Projekts zur Verfügung. Dort finden sich Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stationen, digitale Lernangebote, Kinderrechte-Reporter-Beiträge sowie ergänzende Materialien.

Die Fachstelle Kinderrechte des Kreises Lippe begleitet darüber hinaus Projekte und Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien sowie pädagogische Fachkräfte und setzt sich dafür ein, Kinderrechte im Alltag sichtbar und erlebbar zu machen.

Ort der Kinderrechte: www.ort-der-kinderrechte.de
Fachstelle Kinderrechte des Kreises Lippe: www.kreis-lippe.de oder kinderrechte@kreis-lippe.de

Ein Dank gilt Mareike Brinkmeyer für das Interview und die Einblicke in die Arbeit der Fachstelle Kinderrechte sowie in das Projekt „Ort der Kinderrechte“.