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Rat gibt grünes Licht für Förderanträge zu den Mobilitätsachsen

28.08.2026

Gemeinde will mit Fördermitteln sichere und attraktive Verbindungen zwischen allen drei Ortsteilen schaffen – alle Verkehrsarten profitieren.

Im westlichen Teil der Lindenstraße – wie hier an der KiTa – gibt es keinen Gehweg. Die daraus resultierenden Probleme sind seit Jahren Thema in der Gemeinde
Im westlichen Teil der Lindenstraße – wie hier an der KiTa – gibt es keinen Gehweg. Die daraus resultierenden Probleme sind seit Jahren Thema in der Gemeinde

Der Rat der Gemeinde Schlangen hat in seiner Sitzung am 9. Juli beschlossen, Förderanträge für die Umsetzung der sogenannten Mobilitätsachsen zu stellen. Damit kann die Gemeinde den nächsten wichtigen Schritt von der Planung in Richtung Umsetzung gehen. Ziel ist es, für die vorgesehenen Maßnahmen eine möglichst hohe Förderung einzuwerben und damit den Eigenanteil der Gemeinde deutlich zu begrenzen.

Neu sind die Planungen dabei nicht: Bereits seit 2024 beschäftigt sich die Gemeinde intensiv mit der Entwicklung der Mobilitätsachsen. Ausgangspunkt war die im Rahmen von UrbanLand OWL erarbeitete Konzeptstudie. Der Rat der Gemeinde Schlangen hat bereits im Dezember 2024 die Umsetzung der darin skizzierten Maßnahmen beschlossen. Seither wurden die Vorschläge planerisch konkretisiert, fachlich geprüft und auf ihre Umsetzbarkeit untersucht.

Von Beginn an gemeinsam und fachlich abgestimmt

Die Mobilitätsachsen wurden von Beginn an unter Beteiligung von Politik und Bürgerschaft entwickelt. In öffentlichen Workshops, Planungsradtouren und weiteren Beteiligungsformaten konnten Interessierte die Planungen diskutieren, Hinweise geben und eigene Ideen einbringen.
Parallel wurden die politischen Gremien kontinuierlich beteiligt. Auch der Kreis Lippe ist als zuständige Verkehrsanordnungsbehörde in die Konkretisierung eingebunden. Die vorgesehenen verkehrsrechtlichen Maßnahmen wurden fachlich erörtert und abgestimmt, sodass die verkehrsrechtlichen Anforderungen und einschlägigen Regelwerke in der Planung berücksichtigt werden.

Die heute vorliegenden Planungen sind damit das Ergebnis eines seit 2024 laufenden Prozesses aus Beteiligung, politischer Beratung, fachlicher Planung und Abstimmung mit den zuständigen Behörden.

Drei Ortsteile besser miteinander verbinden

Grundgedanke der Mobilitätsachsen ist, Schlangen, Kohlstädt und Oesterholz-Haustenbeck besser miteinander sowie mit dem Ortskern, wichtigen Einrichtungen, dem Gewerbegebiet und dem öffentlichen Personennahverkehr zu verbinden.

Dabei geht es ausdrücklich nicht allein um Radverkehr. Ziel ist eine insgesamt sicherere und übersichtlichere Verkehrsführung. Zufußgehende profitieren insbesondere von besseren Wegen und Querungsmöglichkeiten, für Radfahrende entstehen durchgängige und besser erkennbare Verbindungen und die Mobilstation Knickweg stärkt die Verknüpfung von Fahrrad und Bus. Auch der motorisierte Individualverkehr profitiert von klareren Verkehrsführungen und der Entschärfung bestehender Konfliktstellen.

Für Kohlstädt und Oesterholz-Haustenbeck steht insbesondere die bessere Verbindung zum Hauptort und zum ÖPNV im Mittelpunkt. Im Hauptort entsteht eine zusammenhängende Mobilitätsachse über die Detmolder Straße und die Lindenstraße bis zum Gewerbegebiet. Damit werden unter anderem Wohngebiete, das Schul- und Sportzentrum, der Ortskern und Arbeitsplätze besser miteinander verbunden.

Auf den Verbindungen zwischen Schlangen und den beiden Ortsteilen sollen zudem bestehende Radwege weiter qualifiziert und sicherer sowie ganzjährig attraktiver nutzbar gemacht werden.

Bekannte Problemstellen gezielt entschärfen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf zwei Bereichen, deren mangelnde Verkehrssicherheit bereits seit Jahren zu Beschwerden und Hinweisen aus der Bevölkerung führt: dem westlichen Abschnitt der Lindenstraße und dem Knotenpunkt Detmolder Straße/Mühlenstraße.

In der westlichen Lindenstraße stellt insbesondere der fehlende Gehweg seit Langem eine problematische Situation dar. Zufußgehende – darunter auch Kinder auf dem Weg zur dortigen Kindertagesstätte – müssen sich den vorhandenen Straßenraum mit dem Fahrzeugverkehr teilen. Die besonderen räumlichen Verhältnisse haben eine einfache Lösung bislang erschwert. Durch die Begleitung der Fachplanungsbüros liegt nun erstmals ein planerischer Ansatz vor, der die unterschiedlichen Anforderungen an Verkehrssicherheit, Fuß- und Radverkehr, Kraftfahrzeugverkehr und Straßenraum zusammenführt und eine tragfähige Lösung ermöglicht.

Auch für den Knotenpunkt Detmolder Straße/Mühlenstraße bestehen seit Jahren Hinweise aus der Bevölkerung auf die unübersichtliche Verkehrssituation. Im Zuge der Mobilitätsachsen wurde der Bereich deshalb umfassend betrachtet. Die nun vorliegende Planung soll die Verkehrsführung eindeutiger gestalten, Querungsmöglichkeiten verbessern und bestehende Konflikte zwischen den Verkehrsarten reduzieren. Auch hier liegt durch die fachplanerische Bearbeitung erstmals eine konkrete und umsetzungsfähige Lösung für die seit Langem bekannte Problemlage vor. Gleiches gilt auch für die Probleme durch überfahren des Gehwegs bei Begegnungsverkehr in der Detmolder Straße.

Entscheidend ist in der Gesamtkonzeption der Netzgedanke: Die einzelnen Maßnahmen sollen nicht isoliert betrachtet werden, sondern gemeinsam durchgängige und sichere Verbindungen innerhalb der Gemeinde schaffen.

Weitere Planung entscheidet über den Umgang mit Bäumen

Im Zusammenhang mit den Planungen wurde auch die Frage nach möglichen Auswirkungen auf den Baumbestand gestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt der Entwurfsplanung steht noch nicht abschließend fest, ob für die Umsetzung überhaupt Bäume gefällt werden müssen. Ebenso ist derzeit keine belastbare Aussage darüber möglich, wie viele Bäume gegebenenfalls betroffen wären oder ob einzelne Bäume erhalten beziehungsweise umgepflanzt werden können.

Diese Fragen können erst mit zunehmender Planungstiefe abschließend beantwortet werden. Ziel ist es, Eingriffe in den vorhandenen Baumbestand so weit wie möglich zu vermeiden beziehungsweise zu minimieren. Sicher hingegen ist, dass zahlreiche neue Baumstandorte im Rahmen des Projektes entstehen werden.

Kosten konnten bereits reduziert werden

Parallel zur fachlichen Konkretisierung wurden die Planungen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten weiterentwickelt und gegenüber früheren Planungsständen verschlankt.
So wird bei der Mobilstation Knickweg auf verschiedene ursprünglich vorgesehene ergänzende Ausstattungsbausteine verzichtet. Dazu gehören insbesondere eine WC-Anlage, ein Trinkwasserbrunnen und ein Regiomat. Die für die Mobilitätsfunktion entscheidenden Elemente – insbesondere sichere und überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten und die Verknüpfung mit dem ÖPNV – bleiben Bestandteil der Planung.

Auch beim Knotenpunkt Detmolder Straße/Mühlenstraße konnte durch die konkretisierte Form der Umgestaltung eine kostengünstigere Lösung entwickelt werden. Damit konnten die erwarteten Gesamtkosten weiter reduziert werden.

Bei einer erfolgreichen Fördermittelbeantragung wird nach aktuellem Planungs- und Kostenstand mit einem kommunalen Eigenanteil von insgesamt rund 100.000 Euro gerechnet. Der weit überwiegende Teil der Investitionen könnte damit über Fördermittel finanziert werden.

Nächster Schritt: Fördermittel einwerben

Mit dem Ratsbeschluss kann die Verwaltung nun geeignete Fördermöglichkeiten nutzen und entsprechende Anträge stellen. Ziel ist eine möglichst hohe Förderung, um die finanzielle Belastung für die Gemeinde gering zu halten.

Mit den Mobilitätsachsen sollen langfristig Verbesserungen für die gesamte Gemeinde erreicht werden: mehr Verkehrssicherheit, bessere Verbindungen zwischen den Ortsteilen, eine stärkere Verknüpfung mit dem ÖPNV sowie eine bessere Erreichbarkeit von Schulen, Kitas, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Ortskern und Arbeitsplätzen.

Damit sollen die Mobilitätsachsen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Mobilität in Schlangen sicherer, nachhaltiger und alltagstauglicher zu gestalten.

Video: "Aktiv und vernetzt: Wie die Gemeinde Schlangen ihre Radachsen stärkt"