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Internationaler Austausch für nachhaltige Mobilität

03.12.2025

Schlangen bringt Expertise in globalen Dialog zu nachhaltiger Mobilität ein. Fazit: Die globale Verkehrswende ist für eine nachhaltige Zukunft unerlässlich.

Zu Beginn des Connective Cities Workshops wurden die Teilnehmenden von der Bundesstadt Bonn im Alten Rathaus begrüßt (Foto: Aschoffotagrafie / Bastian Géza Aschoff)
Zu Beginn des Connective Cities Workshops wurden die Teilnehmenden von der Bundesstadt Bonn im Alten Rathaus begrüßt (Foto: Aschoffotagrafie / Bastian Géza Aschoff)

Die Gemeinde Schlangen war beim internationalen Connective Cities Workshop in der Bundesstadt Bonn vertreten. Mobilitätsmanager Henning Schwarze nahm gemeinsam mit Astrid Butt, Mobilitätskoordinatorin beim Kreis Lippe, auf Einladung von Engagement Global an der Konferenz teil. Die viertägige Veranstaltung brachte kommunale Fachleute aus mehreren Kontinenten zusammen, um an Lösungen für nachhaltige Mobilität zu arbeiten. Connective Cities ist ein globales Netzwerk, das Kommunen weltweit darin unterstützt, sich zu nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklungsfragen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Beitrag der Gemeinde Schlangen: Kommunales Mobilitätsmanagement stärken

Ein zentraler Beitrag der Gemeinde Schlangen bestand darin aufzuzeigen, wie kommunales Mobilitätsmanagement im Alltag einer Kommune verankert werden kann. Vorgestellt wurde, wie Schlangen mit Unterstützung des Zukunftsnetz Mobilität NRW verbindliche Strukturen aufgebaut hat, die die tägliche Arbeit erleichtern, ressortübergreifende Zusammenarbeit fördern und schließlich die Mobilitätswende vor Ort in die Umsetzung gelangt. Die vorgestellten Ansätze stießen bei den nationalen und internationalen Partnerkommunen auf großes Interesse und sollen beispielgebend für einen Good-Practice-Transfer sein.

Zudem präsentierten Gemeinde und Kreis Lippe ihre Kooperation bei der Umsetzung des Masterplan Mobilität des Kreises Lippe. Dabei ging es unter anderem um strategische Verzahnung, abgestimmte Projekte und die Frage, wie kommunale und kreisweite Mobilitätsentwicklung gemeinsam für eine erfolgreiche Transformation gestaltet werden kann. Auch dieser Beitrag fand breite Aufmerksamkeit bei den Teilnehmenden und wurde als wertvoller Impuls für internationale Beispiele guter Praxis aufgenommen.

Auch das Engagement der Gemeinde Schlangen in regionalen Innovationsnetzwerken wurde vorgestellt – insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Verein Neue Mobilität Paderborn (NeMo e.V.). Dieser entwickelt im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (vormals BMWK) geförderten Projekts NeMo.bil ein automatisiertes Mobilitätssystem für den bedarfsgerechten Personen- und Gütertransport. Das Konzept und die zugrunde liegende Innovation „Made in OWL“ sind grundsätzlich weltweit übertragbar und stießen bei den internationalen Teilnehmenden auf großes Interesse. 

Inhalte aus dem Fachprogramm: Zusammenspiel nachhaltiger Mobilitätsformen

Der Workshop griff zentrale Themen nachhaltiger Mobilität auf: das Zusammenspiel verschiedener Verkehrsarten, die bessere Verknüpfung von ÖPNV, Radverkehr und Fußverkehr sowie die Bedeutung von attraktiven, sicheren und klimafreundlichen Alternativen zum Auto. In mehreren Fachimpulsen wurde deutlich, dass insbesondere die Kombination moderner digitaler Lösungen mit klassischer Infrastruktur ein entscheidender Hebel für zukunftsfähige Mobilität ist.

Die Teilnehmenden diskutierten zudem, wie kommunale Mobilitätsplanung besser mit Energiewende und Klimaschutz verknüpft werden kann, welche Rolle intermodale Mobilitätshubs spielen und wie Kommunen Anreize schaffen, die Verkehrsmittelwahl nachhaltig zu verändern. Besonders betont wurden die Bedeutung verlässlicher Daten, klarer politischer Rahmenbedingungen und kontinuierlicher Beteiligung der Bevölkerung.

Internationale Perspektiven als Antrieb für lokale Lösungen

Vertreterinnen und Vertreter aus Brasilien, Mexiko, Bolivien, Nordmazedonien, der Ukraine, Marokko, Namibia, Kenia, der Türkei, Georgien und Deutschland brachten ihre Erfahrungen ein. Viele Herausforderungen ähneln sich dabei weltweit: sichere Radwege, bezahlbarer und leistungsfähiger ÖPNV, die Finanzierung von Infrastruktur sowie der Aufbau tragfähiger Beteiligungsformate.

Die internationalen Beispiele zeigten, wie kreative Ansätze auch unter schwierigen Rahmenbedingungen entstehen können – etwa durch temporäre Maßnahmen, Pilotprojekte, lokale Innovationsteams oder neue Partnerschaften zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Für die Gemeinde Schlangen und den Kreis Lippe bot der Austausch wertvolle Anregungen für die Weiterentwicklung eigener Projekte.

Anhand verschiedener Poster haben Mobilitätsmanager Henning Schwarze und Mobilitätskoordinatorin Astrid Butt die verschiedenen Aspekte der kommunalen Mobilitätswende vorgestellt 
Anhand verschiedener Poster haben Mobilitätsmanager Henning Schwarze und Mobilitätskoordinatorin Astrid Butt die verschiedenen Aspekte der kommunalen Mobilitätswende vorgestellt

Ausblick

Der Workshop, organisiert von Engagement Global und gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), lieferte zahlreiche Impulse für die weitere Mobilitätsarbeit der Gemeinde Schlangen, gerade auch in Kooperation mit dem Kreis Lippe. Der Austauschprozess wird über das gesamte kommende Jahr fortgesetzt. Die Gemeinde Schlangen wird sich weiterhin aktiv einbringen, um internationale Perspektiven in lokale Entscheidungen einfließen zu lassen und den eigenen Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung weiter auszubauen.