02. Oktober 2026
Neue „Deutschlandstudie Innenstadt“ bestätigt Ausrichtung des ISEK

Aufenthaltsqualität, Begegnung, kurze Wege und Klimaanpassung werden für attraktive Ortszentren immer wichtiger.
Die neue „Deutschlandstudie Innenstadt 2026/27“ der CIMA Beratung + Management GmbH liefert aktuelle Erkenntnisse dazu, was Menschen von attraktiven Zentren erwarten. Für die repräsentative Untersuchung wurden im Mai und Juni 2026 mehr als 5.000 Menschen in Deutschland befragt. Auch wenn sich die Studie auf Innenstädte bezieht, lassen sich wesentliche Ergebnisse auf kleinere Ortszentren wie Schlangen übertragen. Sie bestätigen in vielen Punkten die Ausrichtung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) „Lebendige und resiliente Ortsmitte“.
Ortszentren müssen mehr bieten als Einkauf und Versorgung
Ein zentraler Befund der Studie ist ein veränderter Blick auf die Funktion von Zentren. Der häufigste Hinderungsgrund für einen Besuch ist inzwischen nicht der Online-Handel oder die Erreichbarkeit, sondern Zeitmangel durch Arbeit und andere Verpflichtungen. Wer im Alltag weniger freie Zeit hat, entscheidet bewusster, wo und wie diese verbracht wird. Die CIMA bringt diese Entwicklung auf den Punkt: „Wenn Zeit zur knappsten Ressource wird, reicht es nicht mehr aus, Zentren ausschließlich funktional zu denken.“ Gefragt sind Orte, die neben Versorgung und Einkauf auch Begegnung, Erholung und Wohlbefinden ermöglichen.
Damit rücken genau jene Themen stärker in den Mittelpunkt, die auch das ISEK Schlangen prägen. Der Ortskern soll als lebendige, klimaresiliente, barrierefreie und gut erreichbare Mitte der Gesamtgemeinde weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind unter anderem attraktivere Straßen- und Platzräume, zusätzliche Aufenthalts- und Begegnungsmöglichkeiten, mehr Begrünung und Verschattung, eine bessere Klimaanpassung sowie Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr. Gleichzeitig sollen Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen und die Versorgungsfunktion des Ortskerns gestärkt werden.
Aufenthaltsqualität und Begegnung werden zum Standortfaktor
Wie relevant diese Faktoren sind, zeigt die Deutschlandstudie sehr deutlich: Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Fußgängerfreundlichkeit werden von rund 90 Prozent der Befragten als wichtige Grundlagen einer hohen Aufenthaltsqualität bewertet. Zugleich beschreibt die Studie das Zentrum zunehmend als gesellschaftlichen Lebensraum und „Dritten Ort“ für Begegnung und Austausch.
Auch für Schlangen wurde dieser Bedarf bereits vor Ort sichtbar. Das Reallabor mit den Stadt-Terrassen zeigte, dass zusätzliche Aufenthaltsbereiche von unterschiedlichen Altersgruppen für Pausen, Gespräche und gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt wurden. In der begleitenden Befragung sprach sich eine Mehrheit grundsätzlich für mehr dauerhafte Aufenthaltsflächen im Ortskern aus. Besonders häufig wurden mehr Begrünung und Schatten sowie zusätzliche Sitz- und Begegnungsmöglichkeiten gewünscht.
Klimaanpassung ist Teil einer lebenswerten Ortsmitte
Eine weitere Parallele besteht bei der Klimaanpassung. Die Deutschlandstudie betont, dass lebenswerte Zentren künftig zugleich klimaresilient sein müssen und verweist insbesondere auf Begrünung und Maßnahmen nach dem Schwammstadtprinzip. Auch das ISEK Schlangen verbindet deshalb die Neugestaltung der Ortsmitte mit zusätzlichen Bäumen, Entsiegelung, Verschattung und einer dezentralen Regenwasserbewirtschaftung.
Die aktuellen Ergebnisse zeigen damit: Die Entwicklung eines zukunftsfähigen Ortskerns entscheidet sich nicht allein über Handel, Verkehr oder einzelne bauliche Maßnahmen. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus guter Erreichbarkeit, Versorgung, attraktiven öffentlichen Räumen, Begegnung, Grün, Klimaanpassung und Lebensqualität. Genau diesen integrierten Ansatz verfolgt die Gemeinde Schlangen mit ihrem ISEK.