Geht los: Schlangen macht den Fußverkehrs-Check NRW 2025
10.04.2025
Mehr Aufmerksamkeit für fußgängerfreundliche Wege und Plätze - Verkehrsminister Oliver Krischer überreicht Teilnahmeurkunde an Bürgermeister Marcus Püster.
Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und deshalb soll das Gehen in Schlangen nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Schlangen vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als Teilnehmer ausgewählt. In dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung ist Schlangen seit 2023 Mitglied.
„Gehen hält fit und ist gut fürs Klima“, sagte Minister Krischer bei der Urkundenübergabe im Verkehrsministerium. „Um sicher und bequem zur Arbeit, in die Schule oder zum Einkaufen zu gehen, brauchen wir fußgängerfreundlich gestaltete Wege und Plätze. Mit den »Fußverkehrs-Checks« unterstützen wir Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen dabei, Fußwege attraktiver und sicherer zu machen. Ich freue mich, dass zwölf weitere Kommunen – von Werne bis Wachtberg – unser Angebot annehmen. Gemeinsam sorgen wir so für eine höhere Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land.“
Gemeinsamer Einsatz für Fußgänger
„Fußverkehrs-Checks“ sind ein Angebot des Zukunftsnetz Mobilität NRW, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung. Daniela Niestroy-Althaus, Leiterin der beim Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ansässigen Koordinierungsstelle Westfalen-Lippe des Zukunftsnetz Mobilität NRW, erläutert das Prinzip: „Der Fußweg ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilitätswende. Auch wir als Aufgabenträger für den Schienennahverkehr und Förderbehörde für Mobilitätsmaßnahmen beachten das, etwa beim Aufbau von Mobilstationen. Deshalb ist es uns wichtig, als Träger des Zukunftsnetz Mobilität NRW die Förderung des Fußverkehrs auch auf kommunaler Ebene zu unterstützen.“ Durch den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und den Menschen vor Ort kann so auch die Beteiligungskultur gestärkt werden.
Um einen professionellen und zielführenden Ablauf zu gewährleisten, begleitet und moderiert ein Fachbüro den Prozess und wertet die Ergebnisse aus, damit die Verwaltung in Schlangen darauf bei Bedarf mit konkreten Maßnahmen aufbauen kann. 31 Kommunen hatten sich landesweit beworben, zwölf bekamen den Zuschlag. Für die Gewinner des Wettbewerbs ist der gesamte Check kostenlos, er wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.
Konkrete Pläne in Schlangen
Für Schlangen gibt es schon konkrete Pläne. „Wir wissen schon genau, wo wir ansetzen wollen. Wir werden die Wege in und um die Ortsmitte, also unseren zentralen Ortskern unter die Lupe nehmen“, so Bürgermeister Marcus Püster.
Henning Schwarze, Stabsstelle Klimaschutz, Mobilität und Nachhaltigkeit ergänzt: „Eine sichere Mobilität, besonders für Kinder, Seniorinnen und Senioren sowie bewegungseingeschränkte Menschen im Ortskern ist für die Lebensqualität sehr wichtig. Wir freuen uns auf den Prozess und eine aktive Beteiligung der Dorfgesellschaft“.
„Durch den professionellen Check und die Begleitung durch ein Fachbüro bekommen wir die Chance, in die Fußverkehrsförderung einzusteigen und gleichzeitig die Bürgerbeteiligung voranzutreiben. Auch das sich in Erarbeitung befindliche integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) wird sehr von den Ergebnissen des Fußverkehrs-Checks profitieren“, so Bürgermeister Püster weiter.
Bewährte Methode für Kommunen
Seit 2019 bietet das Zukunftsnetz Mobilität NRW seinen Mitgliedern die „Fußverkehrs-Checks NRW“ an. Die bewährte Methode enthält mehrere Bausteine. Begehungen sind das Kernstück – sie geben den Teilnehmenden vor Ort die Gelegenheit, Probleme und Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren. Es folgt eine Stärken-Schwächen-Analyse sowie die Erstellung eines Maßnahmenplans mit Prioritäten, die gemeinsam von Bürger*innen und Expert*innen erarbeitet werden.
Die verschiedenen Etappen werden von einem Planungsbüro begleitet, das die Veranstaltungen moderiert, die Themen bündelt und die Ergebnisse zusammenfasst. Zum Abschluss bekommt jede teilnehmende Kommune eine Auswertung und Handlungsempfehlung. Die Umsetzung ist freiwillig, das Zukunftsnetz Mobilität NRW berät die Kommunen auf Wunsch zur Generierung möglicher Fördermittel. Die Kosten werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen übernommen.