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„Kühler Ort“ wurde erstmals geöffnet

02.07.2026

Gemeinschaftsprojekt hat sich bewährt: „Kühler Ort“ bietet Schutz bei Hitze und zeigt, wie Klimaanpassung vor Ort gelingen kann.

Der „Kühle Ort“ öffnet beim Erreichen bestimmter Temperaturwerte seine Türen
Der „Kühle Ort“ öffnet beim Erreichen bestimmter Temperaturwerte seine Türen

Die Gemeinde Schlangen und die Ev.-Ref. Kirchengemeinde Schlangen haben am letzten Juniwochenende erstmals den „Kühlen Ort“ im Gemeindehaus am Kirchplatz geöffnet. Anlass waren die hohen Temperaturen und die damit verbundene besondere Wärmebelastung für die Bevölkerung.

Die erste Öffnung hat gezeigt: Das Konzept funktioniert. Die Räume konnten kurzfristig vorbereitet werden, die Abstimmung zwischen den beteiligten Partnern verlief reibungslos und das Angebot wurde angenommen. Besucherinnen und Besucher konnten sich in einem spürbar angenehmeren Raum aufhalten, etwas trinken, zur Ruhe kommen oder miteinander ins Gespräch kommen.

Ein besonderer Dank gilt der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Schlangen, die die Räume zur Verfügung stellt und die Organisation aktiv unterstützt. Ebenso dankt die Gemeinde dem Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Schlangen, das die Betreuung während der Öffnungszeiten ehrenamtlich begleitet und Mineralwasser gespendet hat. Auch Unterstützerinnen und Unterstützer aus örtlichen Vereinen, darunter Gemeinsam Schlangen gestalten e.V., haben zum Gelingen beigetragen.

Hilfe bei Hitze

Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern kann insbesondere für ältere Menschen, Kleinkinder, gesundheitlich vorbelastete Personen und Menschen ohne ausreichend kühle Aufenthaltsräume zu einer ernsten Belastung werden. Der „Kühle Ort“ soll genau hier ansetzen: Er bietet im Bedarfsfall einen geschützten, barrierefrei zugänglichen Raum mit Sitzmöglichkeiten, Trinkwasser, Sanitäranlagen und persönlicher Betreuung.

Geöffnet wird der Raum nach klar festgelegten Kriterien: im Bedarfsfall ab 15 Uhr, sobald eine offizielle Hitzewarnung für extreme Wärmebelastung vorliegt oder wenn die Warnstufe für starke Wärmebelastung an vier aufeinanderfolgenden Tagen andauert. Damit wird das Angebot gezielt dann aktiviert, wenn eine besondere gesundheitliche Belastung für die Bevölkerung besteht.

Pragmatisch, niedrigschwellig und gemeinschaftlich

Der „Kühle Ort“ wurde bewusst als pragmatisches und niedrigschwelliges Angebot entwickelt. Es handelt sich nicht um ein Bauprojekt, sondern um die Nutzung bestehender Infrastruktur. Die Räume der Kirchengemeinde sind vorhanden, ebenso die barrierefreien Sanitäranlagen.
Für das Projekt waren keine baulichen Maßnahmen notwendig. Das Gemeindehaus wurde vor einigen Jahren durch die Kirchengemeinde barrierefrei modernisiert. Da im Gemeindehaus allerdings keine Klimaanlage vorhanden ist und ein Einbau aus Kostengründen nicht in Frage kam, wurden zwei mobile Klimageräte sowie Ventilatoren angeschafft, um den Raum angemessen zu kühlen.

Die direkten Sachkosten der Gemeinde für die Anschaffung der Geräte sowie die Öffentlichkeitsarbeit lagen bei rund 700 Euro. Hinzu kamen überschaubare Arbeitszeiten innerhalb der Verwaltung und erhebliche ehrenamtliche Unterstützung durch die beteiligten Partner. Die laufenden Kosten beschränken sich im Wesentlichen auf geringe Stromkosten während der Öffnungszeiten. Diese liegen im niedrigen einstelligen bis unteren zweistelligen Eurobereich, werden zurzeit von der Kirchengemeinde getragen und sollen zukünftig möglichst durch Spenden gedeckt werden.

Fazit

Das Projekt hat seine ganze Stärke entfaltet: Mit vorhandenen Räumen, begrenzten Mitteln, guter Kooperation und viel bürgerschaftlichem Engagement kann ein konkreter Beitrag zum Schutz der Bevölkerung bei Hitze geleistet werden.